Marke Bochum – eine Stadt und ihr Image

Veröffentlicht von Geschäftsstelle MC Bochum

„Nichts ist so stet wie der Wandel“ – eine Aussage, die auf die Stadt Bochum aktuell und bereits seit vielen Jahrzehnten auf den unterschiedlichsten Ebenen zutrifft wie auf wenige andere Städte gleicher Größenordnung in Deutschland. Doch gilt diese Aussage auch für das Image der Stadt?

Workshop

Rund 60 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft waren von Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz am 22. Februar in den Ratssaal des Bochumer Rathauses geladen, um sich mit dem Thema „Marke Bochum“ auseinanderzusetzen. Auch der Marketing-Club Bochum war hierzu eingeladen. Vorbereitet wurde der knapp vierstündige Workshop von der Bochum Marketing GmbH unter der Führung von Mario Schiefelbein. Ziel der Veranstaltung war es, die Ergebnisse der vorbereitenden Arbeiten für die Entwicklung einer neuen Stadtmarke vorzustellen und erste, fundierte Rückmeldungen und Anregungen dazu einzusammeln.

Analyse

Wie bei jeder guten Markenentwicklung leistete das Team um Mario Schiefelbein zunächst eine fundierte Analyse, wie die Marke Bochum in der Presse, in der Bevölkerung außerhalb von NRW sowie innerhalb der Stadt selbst gesehen wird. In welchen Zusammenhängen wird über Bochum berichtet, welche Bilder, Persönlichkeiten oder Ereignisse verbinden Menschen mit Bochum und wie wird die Standortqualität unter unterschiedlichen Gesichtspunkten bewertet? Im Rahmen der Analyse zeigte sich, dass es wenige Faktoren sind, die die Wahrnehmung von Bochum nennenswert prägen. Im Wesentlichen handelt es sich bei den Imagefaktoren um den VfL Bochum, den Starlight Express, die Vergangenheit als Montan-Standort sowie Herbert Grönemeyer als prägende Persönlichkeit.

Kompetenzfelder

Im Anschluss an die fundierte und umfassende Analyse ging es darum, auf Basis der Ergebnisse Kompetenzfelder zu identifizieren, für die Bochum glaubwürdig und beweisbar steht. Denn Marke ist nicht ein Wunschbild, das man für die Zukunft zeichnet, Marke ist immer Ausdruck und Verdichtung nachweisbarer Spitzenleistungen. Und Spitzenleistungen, da waren sich die geladenen Vertreter aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen einig, gibt es in Bochum viele.

Insgesamt wurden vier Kernkompetenzfelder identifiziert, für die Bochum als Stadt authentisch und beweisbar steht und die damit die Grundlage für die Marke „Bochum“ bilden. Diese lauten:

  • Talentschmiede des Ruhrgebiets
  • Shootingstar der Wissensarbeit
  • Hotspot der Live-Kultur
  • Großstadt mit Lebensgefühl

Jedes dieser Kompetenzfelder erfüllt bestimmte Leitcharakteristika, die sich durch Adjektive wie „zupackend“, „gemeinschaftlich“, „leidenschaftlich“ und „authentisch“ beschreiben lassen. Zudem finden sich zahlreiche Bilder und Schlüsselprojekte, die sich in diesem Zusammenhang hervorragend kommunizieren und „bewerben“ lassen.

Dass die Kompetenzfelder keine Wunschgebilde sondern konkret erfahrbare Realität sind, wurde im Rahmen des Workshops durch nachvollziehbare und belegbare Argumente untermauert. So gibt es in Bochum mit seinen zahlreichen Hochschulen und Berufsakademien erstklassige Ausbildungsangebote. Nicht zuletzt auch für Menschen bildungsferner Schichten. Neue Wirtschaftszweige sowie „alte“ Branchen, die den Wandel positiv gestaltet haben, sorgen überdies für zukunftssichere Arbeitsplätze. Mit seinen vielfältigen kulturellen Angeboten vom Starlight Express über das Schauspielhaus bis hin zur lebendigen und bereichernden Off-Theater-Szene oder Top-Veranstaltungen wie „Bochum total“ ist die Stadt ein Ort lebendiger, kultureller Inspiration. Mit prosperierenden Szenevierteln wie dem Ehrenfeld, grünen Naherholungsgebieten wie dem Ruhrtal und dem Kemnader Stausee ist Bochum zudem eine Stadt mit hoher Lebensqualität.

Markenkern

Jede gute Markenarbeit lebt von der Verdichtung. So hat sich die Bochum Marketing GmbH natürlich auch Gedanken darüber gemacht, wie sich die Kompetenzfelder, Bilder, Charakteristika und Argumente zu einem einfachen, nachvollziehbaren und griffigen Markenkern zusammenfassen lassen. Diese Verdichtung mündete in der gut zu merkenden Alliteration:

  • Wissen
  • Wandel
  • Wir-Gefühl

Diese drei Begriffe leisten das, was am Ende ein gute Marke nach innen wie außen ausmachen muss. Sie vereinen das zuvor genannte auf prägnante und nachvollziehbare Weise und lassen zudem genügend Raum, die Marke mit kreativen Inhalten zu füllen und zu kommunizieren.

Wichtig in diesem Zusammenhang: Diese Begriffe sind kein Claim! Kein Slogan. Sie bilden eine Orientierung für die weitere Markenbildung.

Nahezu alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zollten dem Team um Mario Schiefelbein am Ende des intensiven Vormittags Respekt für die geleistete Arbeit. Über einzelne Begriffe und Argumente wurde zwar hier und da kontrovers diskutiert, doch die Qualität der Arbeit wurde durchweg gewürdigt. Man war sich einig, dass dies eine gute Ausgangsbasis für die weiteren Schritte zur Markenentwicklung ist, dies würde wohl eine Ausschreibungen an Agenturen sein. Noch im April sollen die Ergebnisse im Rat der Stadt Bochum vorgestellt werden. Erst wenn dies erfolgt ist, würde die offizielle Ausschreibungsphase beginnen.

Als Marketing-Club Bochum möchten wir diesen für den Standort Bochum so wichtigen Prozess mit unserer Kompetenz fachlich und kommunikativ begleiten. Auf unserer Internetseite werden wir uns in den kommenden Wochen mit Faktoren eines guten und wirkungsvollen Standortmarketings auseinandersetzen und laden auch gern zum konstruktiven Diskurs ein.

Dazu laden wir unsere Mitglieder sowie weitere fachlich interessierte Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft am 1. April in die Räume der Jahrhunderthalle Bochum ein.

3 Kommentare

  1. Avatar
    03. Februar 2015 um 13:30 Uhr

    […] Ziemlich genau vor einem Jahr luden die Verantwortlichen von Stadt und Stadtmarketing Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Verwaltung zu einem Workshop ins Rathaus ein. Dort wurden Ergebnisse eines Markenprozesses vorgestellt, der sich intensiv mit den Markenkernwerten und der Positionierung der Stadt Bochum befasst hatte. Ein grundsolide Arbeit, an deren Ende definierte Kompetenzfelder und Kernwerte  standen. Die Ergebnisse wurden, und das macht sie am Ende belastbar, gefunden und nicht erfunden. Die Verantwortlichen haben sich von den realen Gegebenheiten und nicht von einem wie auch immer gearteten Wunschbild leiten lassen. Ich habe die Ergebnisse der Vorstellung und des Workshops damals für den Marketing-Club Bochum in einem Blogartikel zusammengefasst. […]

  2. Avatar
    05. März 2014 um 17:22 Uhr

    […] Außerdem werden wir das Thema mit einigen Beiträge im Blog begleiten, hier der erste Blogbeitrag:Marke Bochum – eine Stadt und ihr Image. […]

  3. Avatar
    Waltraud Ehlert
    05. März 2014 um 11:51 Uhr

    Ich finde die Richtung, die das Ganze nimmt wunderbar!!! Und ich wünsche mir, dass die ewig-Meckernden, statt immer nur den Daumen wie Nero zu senken, besser konstruktive Ideen beisteuern.

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